Kaikōura - Notfallmaßnahmen und Wiederaufbau nach einem Erdbeben

Wir halfen einer Gemeinde beim Wiederaufbau und bei der Sanierung, nachdem ein vernichtendes Erdbeben Straßen, Schienennetze und Gebäude zerstört und die Menschen in Verzweiflung zurückgelassen hatte.


Projektvolumen

  • NZ$ 1.3 Mrd.

Projektstatus

  • Abgeschlossen in 2017


Kaikōura liegt an der Ostküste der Südinsel Neuseelands (NZ). Im November 2016 wurde die Stadt von einem Erdbeben der Stärke 7,8 getroffen. An mehreren Verwerfungslinien traten Risse auf und das Straßen- und Schienennetz von Kaikōura wurde schwer in Mitleidenschaft gezogen, in einigen Regionen sogar vollkommen zerstört. Notfalldienste und Gemeinden waren abgeschnitten, wochenlang war der einzige Zugang zu Kaikōura auf dem Luft- und dem Seeweg. In einer dringenden und angespannten Situation wurde unser Team aus äußerst kompetenten Fachleuten innerhalb von Stunden entsendet, um bei den umfangreichen Notfallmaßnahmen zu helfen.

 

Landslide across coastal road and rail due to Kaikōura earthquake

 

Notfallmaßnahmen

Am Morgen des Erdbebens hat die New Zealand Transport Agency ein behördenübergreifendes Notfallkontrollzentrum in unserer Niederlassung in Christchurch eingerichtet. Von diesem Zentrum aus haben wir eng mit den Behörden zusammengearbeitet, wie z. B. mit der New Zealand Transport Agency (NZTA) und KiwiRail, dem Zivilschutz, der Neuseeländischen Armee und mehreren Subunternehmern.

Unsere Teams für Autobahnnetze, Geotechnik und Brücken unternahmen die Aufklärung auf dem Landweg und aus der Luft, um so die abgeschnittenen Gemeinden wieder zugänglich zu machen. Unsere Bauingenieure führten auch Gebäudesichtungen durch und prüften lebenswichtige Serviceleistungen, wie einen telefonischen Austausch, um so die Kommunikationswege schnell wiederherzustellen. Innerhalb von zwei Tagen wurden die Gebäude von sechs öffentlichen Schulen bewertet, damit Schule und Gemeinde schnellstmöglich zum Alltagsgeschehen zurückkehren konnten. Unser Team hat am Boden mit dem Zivilschutz zusammengearbeitet, um Informationen zu koordinieren und eine Wiederholung von Inspektionen zu vermeiden.

Gleichzeitig wurden unsere Teams auch entsendet, um die Schäden am wichtigen Gebäuden im Wellington CBD zu beurteilen, da das Erdbeben auch in der Hauptstadt Neuseelands verheerend gewütet hatte.

Basierend auf unserer vorherigen Erfahrung mit den Erdbeben in Canterbury (2010–2012) konnten wir profunde Kenntnisse in Bezug auf Notfallmaßnahmen bei Erdbeben vorweisen. Wir hatten Prozesse für diese Art von Ereignissen entwickelt, aber, was ebenso wichtig war: wir verfügten über hervorragend geschulte und erfahrene Mitarbeiter, die wussten, wie zu reagieren war und welche Entscheidungen in dieser angespannten Lage zu treffen waren.

 

Drone Footage Copyright Cirtex

 

Kontinuierliche Unterstützung

In den folgenden Wochen verlagerte sich unsere Rolle von den Notfallmaßnahmen zur Aufbauphase, zu der u. a. Folgendes gehörte:

  • Streckenmanagement mit schnellen Bewertungen und der Durchführung kritischer Reparaturen

  • Priorisieren von Ressourcen

  • Professionelle Beratung der NZTA und anderer Behörden

Nach den Notfallmaßnahmen etablierte die neuseeländische Regierung die NCTIR (North Canterbury Transport Infrastructure Recovery)-Allianz zwischen vier Subunternehmern, wobei die NZTA und KiwiRail zugleich die Inhaber waren. Ab Anfang 2017 hat die NCTIR die Aufbau- und Sanierungsphasen mit der Hilfe von zahlreichen Mitgliedern unseres globalen Teams geleitet.

 

Unser Fachwissen

Im Rahmen der Aufbau- und Sanierungsphasen hat unsere technische Arbeit Folgendes umfasst:

  • Sanierungsarbeiten, um so einen kontrollierten Zugang zur Landstraße (Route 70) nach Kaikōura zu erhalten. Diese umfassten die Stabilisierung von Hängen, die Überwachung und Installation von Behelfsbrücken.
  • Die Entwicklung von Notkonzepten zur Räumung von Erdrutschen und die Anleitung der Subunternehmer, um die große Vielzahl der Erdrutsche, von denen die Autobahn 1 südlich von Kaikōura betroffen war, zu räumen.
  • Beratung zum breiteren Netz, einschließlich der alternativen Route zur Autobahn 1 über den Lewis Pass.
  • Bereitstellung von wichtigen und rechtzeitigen Informationen, darunter Studien, erste geometrische und geotechnische Konzepte.
  • Kritische und frühzeitige archäologische Informationen und Bewertungen.
  • Ermöglichung und Förderung von zahlreichen Workshops, um beim reibungslosen Übergang von den verschiedenen Behörden zur NCTIR zu helfen.

 

Die Isolation der Gemeinde zu beenden

Unsere Teams haben unermüdlich gearbeitet, um den Notfallkräften mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Unser fachkundiger Rat und unsere fachkundige Anleitung haben es der NZTA ermöglicht, sachkundige Entscheidungen bezüglich der Netze zu treffen und wichtige Berichte an die regierenden Minister, wie u. a. den Premierminister und den Verkehrsminister, zu senden.

Das Schienen- und Autobahnnetz von Kaikōura wurde vor Ende 2017 wieder freigegeben.

„Es war fantastisch zu erleben, wie die Menschen von Kaikōura darauf reagierten, dass sie Straßen wieder freigegeben waren und dass sie wieder mit dem Rest von Neuseeland verbunden waren, dass wieder Touristen kamen und wie sich die Stimmung innerhalb der Gemeinde einfach hob.“ Frances Neeson, WSP Engineering Geologist.

video-drone-footage