Michael, Sie haben kürzlich eine Studie zum Solarpotenzial der Dächer in Bern geleitet. Welche Rolle spielten die Drohnen dabei?
Michael: Sie waren absolut entscheidend. Wir mussten die Machbarkeit der Installation von Photovoltaikanlagen auf 250 städtischen Gebäuden prüfen, die über die ganze Stadt verteilt sind. Dank der Drohnen DJI Mini 3 und Mini 4 Pro konnten wir hochauflösende Bilder in teilweise sehr anspruchsvollen städtischen Umgebungen aufnehmen, wie zum Beispiel in engen Gassen und in der Nähe von Bäumen, ohne dabei Fussgänger*innen und dichten Verkehr zu beeinträchtigen
Ohne diese Werkzeuge hätten wir schwere Geräte wie Hebebühnen oder Gerüste einsetzen müssen, was die Zeit und die Kosten erheblich erhöht hätte. Die Drohnen boten uns eine unvergleichliche Präzision und erfüllten gleichzeitig die Sicherheitsanforderungen und lokalen Vorgaben.
Für welche weiteren Einsätze nutzt WSP Drohnen in der Schweiz und in Frankreich?
Michael: Unsere Leistungen sind sehr vielfältig. Wir machen Luftaufnahmen für die Projekt-kommunikation, technische Vermessungen für die Erstellung von 3D-Plänen oder Inspekti-onen von Bauwerken wie Tunnels, Brücken, Viadukten, Felswänden oder Antennen. Wir führen auch Photogrammetrie durch, um die Entwicklung von Erdarbeiten zu verfolgen, Volumen zu berechnen oder Orthofotos (Luftbilder) zu erstellen, die Geländeunebenheiten sichtbar machen. Neuerdings beginnen wir auch mit thermografischen Studien zur energetischen Analyse von Gebäuden und Stadtgebieten sowie mit der Erfassung von CO₂-Emissionen, um zur Dekarbonisierung beizutragen.
Wie spiegelt die Mission in Bern unseren Future Ready-Ansatz wider?
Michael: Dieses Projekt zeigt, wie Technologie Ziele wie Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Effizienz unterstützen kann. Wir haben eine Methode umgesetzt, die sowohl innovativ als auch pragmatisch ist: Digitale Modelle und Vor-Ort-Daten kombinieren, um den Solar-ertrag jedes Dachs zu maximieren und gleichzeitig die architektonischen Vorgaben einzuhalten.
Das ist genau das, was wir unter Future Ready verstehen, die Bedürfnisse von morgen antizipieren mit Lösungen, die heute schon umsetzbar sind, und deren Nutzung durch technische Entscheidungen optimieren. Es ist auch ein starkes Beispiel dafür, wie wir die richtigen Werkzeuge – in diesem Falle Drohnen – einsetzen, um die Energiewende zu beschleunigen.
Wie sind die Drohneneinsätze in unseren Teams organisiert?
Michael: Wir haben mehrere intern ausgebildete Pilot*innen, die verschiedene Arten von Missionen durchführen können. So können wir ein komplettes Leistungsspektrum anbieten und behalten gleichzeitig die technische Kontrolle und die Interpretation der Ergebnisse.
Ein Wort zur menschlichen Dimension hinter diesen Projekten?
Michael: Nichts davon wäre ohne die Koordination zwischen unseren Teams vor Ort und im Planungsbüro möglich. In Bern war die Modellierungsarbeit genauso wichtig wie die Flüge selbst. Ich möchte allen Pilot*innen, den Ingenieuri*nnen, den Datenanalyst*innen sowie den Projektleitenden danken, die an diesem Projekt beteiligt waren. Diese kollektive Dynamik ist unsere Stärke und ermöglicht es uns, gemeinsam eine nachhaltigere Zukunft zu gestalten.