Was ist BIM im praktischen Einsatz? Was bringt es? Was ist dafür nötig? Das waren im Grunde die Leitfragen hinter allen Beiträgen der zwei Kongresstage, die von den drei Veranstaltern buildingSMART, TU Dresden und VDEI sehr gelungen und in einer passenden Location ausgerichtet wurden.
Am 2. Tag der Veranstaltung hielt Herr Volker Uminski, Leiter Softwareentwicklung ProSig, einen Vortrag zum Thema "LST2BIM - Anforderungen und Lösungen zu BIM in der LST-Planung".

Abbildung 1: Die Referenten des ersten Tages mit humoristischer Verstärkung von Comedian Olaf Schubert (Mitte tief)
Der erste Tag beleuchtete die BIM-relevanten Fragen von einer etwas größeren Flughöhe, in der insbesondere die jeweiligen Vertreter der drei Industriezweige Eisenbahninfrastruktur, Straßeninfrastruktur und Energieinfrastruktur zu Wort kamen. Besonders nennenswert ist der Beitrag des „Fachreferenten“ Olaf Schubert, der die Themen BIM und Digitalisierung höchst aufschlussreich auf den Punkt gebracht hat.
An beiden Tagen hatten die Teilnehmer Gelegenheit unseren WSP-Stand (als offizieller Sponsor des Kongresses) in den Pausen zu besuchen. Dort ergaben sich einige interessante Begegnungen, Gespräche und Ideen.
Der zweite Kongresstag war der erklärte „Best Practice Day“, an dem drei parallele Workshops für die verschiedenen Industriezweige durchgeführt wurden. Die Eisenbahner bekamen den großen Saal, da Dresden immer schon einen besonderen Bezug zum Schienenverkehr hat. Sodann waren die Vorträge im Workshop Eisenbahninfrastruktur gut besucht und wurden von Prof. Thiel der BTU Cottbus moderiert.
Die WSP hatte nach einer Keynote von Frau Dr. Maaser (DB Station&Service) den ersten Vortrag des Tages zum Thema „LST2BIM - Anforderungen und Lösungen zu BIM in der LST-Planung“ aus der Sicht unseres Planungswerkzeuges ProSig.
Abbildung 2: Volker Uminski nahm zu Beginn seines Vortrages die Impulse des ersten Tages auf.
Im Nachklang bleibt eine Reihe von Eindrücken, insbesondere Aussagen bzw. Extrakte aus den Vorträgen, die recht passend das komplexe Thema BIM umreißen:
- BIM ist nicht nur ein Innovationstreiber, sondern auch ein Produktivitätstreiber. Oft ist es sogar das einzig verbleibende Mittel, wenn Fachkräfte zur Verstärkung der Produktion nicht mehr (ausreichend) verfügbar sind. Zudem ist es ein „Image-Treiber“ auch für die Attraktivität des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt.
- BIM umfasst im Grunde „nur“ drei wesentliche Ziele/Forderungen: Durchgehender Datenflow, reibungsloser Workflow und transparente Kollaborationsprozesse.
- Standardisierung und Vernetzung von Mensch-Maschine-Systemen sind die entscheidenden Hebel für die Erreichung der BIM-Ziele.
- BIM heißt nicht, dass genau ein System/Werkzeug alles kann, sondern dass alle notwenigen Systeme miteinander vernetzt und datentechnisch durchgehend verbunden sind.
- BIM muss von allen Beteiligten im Unternehmen und insbesondere von der Leitungsebene gewollt sein, da es meist um Veränderung zentraler Unternehmensprozesse geht.
- BIM ermöglicht (künftig) bei den Ausschreibungen: „Nicht der Billigste gewinnt, sondern der Beste, Innovativste und Flexibelste“. Dafür braucht es aber auch eine Anpassung der Bieterbewertung und letztlich der HOAI bezüglich der Honorierung solcher Expertise.
- Ein gemeinsames BIM-Koordinationsmodell (Digitaler Zwilling) reduziert Missverständnisse und Fehler im Projekt schon in frühen Phasen. Dadurch wird das Projektrisiko gesenkt und gleichzeitig die Produktivität erhöht. Zudem werden auch weitere Gestaltungsmöglichkeiten im Projekt eröffnet, bis hin zur Mitwirkung an Richtlinien und Rahmenverträgen für künftige Projekte.
- Ob oder trotz der enormen Komplexität der Herausforderungen zu BIM ist die wichtigste Empfehlung: Nicht lange analysieren und grübeln, sondern loslegen mit Mut zur Lücke und zu Fehlern.