Der im Jahr 1870 gebaute, 108 Meter lange und unter Denkmalschutz stehende Eisenbahntunnel Kirchberg liegt auf der zweigleisigen, elektrifizierten Strecke 5501 München – Ingolstadt – Treuchtlingen, zwischen dem Bahnhof Solnhofen und dem Haltepunkt Pappenheim. Er befindet sich im Naturpark, Landschaftsschutzgebiet, Altmühltal und gleichzeitig im FFH-Gebiet Mittleres Altmühltal. Eingestuft in der Schadenskategorie 3, sodass eine Sanierung zur Aufrechterhaltung des Schienenverkehrs unumgänglich ist, weist das Gewölbe des Mauerwerkstunnels mehrere Hohlstellen, Naßstellen, Risse und kleinere Abplatzungen auf. Außerdem gibt es im Widerlager Bereiche mit kleineren Verschiebungen. Die Entwässerung des Tunnels ist versintert, so dass es im Winter zu Eiszapfenbildung kommt. Darüber hinaus weisen die Portale abgesehen von einzelnen Rissen und offenen Fugen, keine auffälligen Beschädigungen auf. Der aktuelle Zustand erfordert die Einrichtung von Langsamfahrstellen auf 80 km/h auf dem bahnlinken Gleis, während auf dem Regelgleis 110 km/h gefahren wird.
Über das Projekt
Auch wenn die Strecke ein wichtiger Bestandteil der Nord-Süd-Verbindung Bayerns ist, hat die betriebliche Bedeutung für den Fernverkehr seit dem Bau der Ausbaustrecke München – Ingolstadt – Nürnberg deutlich abgenommen, jedoch nicht für den Güter- und Personennahverkehr. Das Projektziel ist die grundlegende und dauerhafte Sanierung des Bauwerks zur Erhaltung der Betriebssicherheit, Fahrwegverfügbarkeit und der Beseitigung der bauzustandsbedingten Langsamfahrstellen mit 80 km/h, um zukünftig die Strecke mit 120 km/h befahren zu können.
Kleine Geschichte über den Kirchbergtunnel
Der Mauerwerkstunnel wurde zunächst 1870 eingleisig eröffnet, bevor er 1891 zweigleisig ausgebaut und zuletzt 1961 saniert wurde. Hierbei wurden Beschädigungen durch eine Explosion eines Munitionswagens im zweiten Weltkrieg beseitigt und der Tunnel für die Elektrifizierung vorbereitet, die 1962 erfolgte. Im Bereich des Gewölbes wurde der Tunnel im Torkretverfahren neu verputzt und das Gleis tiefer gelegt. Weiterhin wurde die Entwässerung aus der Tunnelmitte an das südliche Widerlager gelegt (gelochte Steinzeugrohre DN 150).
