Zum 11. Mal fand vom 4 bis zum 5. September der Kongress "Infrastruktur digital planen und bauen 4.0" in der Kongresshalle Gießen statt. Die Veranstaltung wird von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) und dem 5D Institut in Kooperation mit der Deutschen Bahn veranstaltet. Mehr als 500 Experten, Anwender:innen und Interessierte kamen zusammen, um sich über die aktuellen Entwicklungen von Building Information Modeling (BIM) in Forschung und Praxis zu informieren.
Durch die Anwendung von BIM sollen die Infrastrukturprojekte effizienter und schneller durchgeführt werden und somit ein spürbarer Mehrwert in Form höherer Qualität und Zuverlässigkeit entstehen. Die Datengrundlage, die durch die BIM-Methodik entsteht, erlaubt es, zunächst digitale Tests verschiedener Szenarien durchzuführen, um anschließend bessere Entscheidungen zu fällen. Deswegen ist BIM bei den Bahninfrastrukturprojekten von besonderer Bedeutung.
Der Kongress bot erneut ein kurzweiliges und spannendes Vortragsprogramm. Am 4. September durfte Martin Baitinger, Leiter Operations, einen Teil seines Fachwissens auf diesem Gebiet mit dem Vortrag "BIM in der Bahninfrastruktur: Der Mensch ist der Schlüssel" erläutern. Dadurch wurde die Wahrnehmung von WSP als agierendes Unternehmen im Bereich BIM beim Fachpublikum gestärkt.
Über den Vortrag von Martin Baitinger
Beliebte Phrasen zu Beginn der Building-Information-Modeling-Entwicklung vor einigen Jahren waren unter anderem:
„Ich investiere doch nicht in etwas, das dann doch anders oder gar nicht kommt."
„Ältere KollegInnen werden sich mit BIM auf alle Fälle sehr schwertun.“
„Open-BIM geht schon allein datenschutz- und vertragsrechtlich nicht.“
Diese Einschätzungen standen völlig konträr zu jeder Digitalisierungs-Euphorie, die nicht erst beim Gedanken an das 100-prozentige Abbild der gewünschten späteren Realität oder des IST-Zustands in Form des digitalen Zwillings entstand.
Parallel zu unserer individuell vorhandenen Traum- und Albtraumwelt in Sachen Zukunft entstehen seit Jahren unglaublich spannende neue Tools, Kits, Apps, Drones, sowie sonstige Gadgets, die uns beim Erlernen und Umsetzen der neuen Methodik maßgeblich helfen sollen und können. Die Prognose der Evolutionsstufen der Künstlichen Intelligenz vervollständigen die Momentaufnahme des Technologie-Sprints und liefern das Superfood für sowohl Fans als auch Bedenkenträger.
Die Menschheit so platt in zwei unterschiedliche Lager zu stecken, wäre natürlich völlig vermessen und dem Gesamtziel nicht dienlich. Gleichzeitig habe ich festgestellt, dass es außerhalb der mitunter griffig verzahnten Kontaktzonen zwischen PRO und CONTRA durchaus noch immer Randbereiche gibt, in welchen sich statische Sichtweisen auf die Technologie sowie die Menschen noch immer hartnäckig halten.
Ich betrachte es deswegen als eine unserer wichtigsten Aufgaben, während der schrittweisen Implementierung und Professionalisierung der BIM-Methodik auch die rostigen Zahnräder unseres persönlichen Motors gangbar zu machen und damit unsere volle mentale Stärke entfalten zu können. Ich freue mich, mit diesem Vortrag einen kleinen Einblick in meine Perspektive geben zu können: Der Mensch ist der Schlüssel!
