Ambitioniertes und nachhaltiges Stadtentwicklungsprojekt mit gemischter Zweckbestimmung: Das Ökoquartier Vernets in Genf
Die im Herbst 2018 eröffnete Baustelle auf dem Gelände der Kaserne Vernets mitten in Genf ist eines der Kernstücske des Grossprojekts Praille-Acacias-Vernets (PAV). Das weitläufige Industrie- und Gewerbegebiet soll sich schrittweise in ein modernes Stadtviertel verwandeln und wird vier Gebäude beherbergen. WSP arbeitete an dem – was das Volumen und die Baukosten betrifft – grössten Gebäude und übernahm den Tiefbau und HLKSE (Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär und Elektrizität).
Das neunstöckige Gebäude “A” wird rund 550 Wohnungen, eine Tiefgarage und Geschäfte im Erdgeschoss beherbergen. Die gemischte Zweckbestimmung wirkt sich auch auf das Tragwerk aus. Das Team von WSP arbeitete an einem komplexen Konzept für die Lastverschiebung zwischen den verschiedenen Stockwerken des Gebäudes. Da die Geschäfte die grossen Leerräumen nutzen möchten, führen die vertikalen Tragelemente (Wände und Pfeiler) nicht direkt vom Dach bis zum Fundament hinunter. Um die Gestaltung des Gebäudes nachvollziehen zu können, wurden 3D-Berechnungsmodelle durchgeführt. Diese numerischen Simulationen lieferten auch Antworten in Bezug auf die Erdbebensicherheit.
Der Bau hält sich an die Vorgaben der Labels und Zertifizierungen site 2000 Watts, Minergie Eco, Standard für nachhaltiges Bauen (SNBS), Nature en ville, Nature & Economie und EcomatGE. Das Energiekonzept in Verbindung mit dem gesamten Quartier basiert auf einem Wärmeaustauschkreislauf, der die geothermische Speicherkapazität eines 250 Meter tiefen Sondenfeldes nutzt und durch die Einspeisung von Photovoltaikmodulen ergänzt wird.